Äquator-Linie — In Ecuador
Bin nun von Cusco 20 Stunden mit dem Bus nach Lima gefahren. In Lima war ich nur kurz und dann flog ich weiter nach Ecuador. Ich bin nun in Quito, einer grossen Stadt. Das Spannendste, was ich in dieser Stadt sah und spürte, ist die Äquator-Linie. Diese führt geradewegs hier durch. Die physikalischen Experimente, die man anstellen kann, waren erstaunlich. Was passiert wenn man zum Beispiel versucht genau auf der Äquator-Linie mit verbunden Augen entlang zu gehen? Es ist äusserst schwierig, da man von beiden Seiten hin und hergezogen wird! Ich war (wie immer) nüchtern und so konnte es unmöglich daran liegen. In der Schweiz existiert diese Linie nicht und die Ausrede, wenn man von der Polizei gestoppt wird, ist leider nicht aussagekräftig genug für das Schwanken. Erstaunt war ich auch über die Tatsache des abfliessenden Wassers. So wurde ein Becken nur 2-3 Meter von der exakten Linie entfernt positioniert und das Wasser drehte sich links oder rechts herum. Doch was passiert wenn man es genau auf die Linie stellt? Es läuft ohne Drehung aus! Dies erstaunte mich nicht sehr, doch erstaunte es mich, mit welcher kleinen Distanz dieses Experiment funktionierte. Als ich jedoch genauer hinschaute, bemerkte ich wie der Tour-Guide eine ganz kleine und gekonnte Bewegung beim Herausziehen des Verschlusses machte… Also doch nur eine Illusion?! Ich stand dann auch mit einem Fuss auf der Südhalbkugel und mit dem andern Fuss auf der Nordhalbkugel :-)
Ich bin nicht in Quito um mit der Schwerkraft zu spielen, ich bin hier, weil ich auf die Galapagos Inseln möchte um dort die einzigartige Tierwelt mit eigenen Augen zu sehen.
Quito/Ecuador, a set on Flickr.
Die Stadt in den Wolken!
Inmitten der bergreichen Landschaft der Anden zwischen den Gipfeln des “Huayna Picchu” und des Berges “Machu Picchu” befinde ich mich. Es herrscht starker Nebel um fünf Uhr morgens. Die Sicht ist so schlecht, dass der atemlose Aufstieg des Berges “Machu Picchu”, der fast nur aus Treppen besteht, eine körperliche und geistige Herausforderung wird. Auf der Spitze des Berges angelangt, hatte ich das Gefühl den Himmel zu berühren! Nebelschwaden ziehen vorbei und nur kurz ist eine Sicht nach unten möglich. Doch wenn der Lichtglanz die Ruinen erleuchtet, kommt eine grosse Dankbarkeit auf.
In bin in der wohl berühmtesten Inka-Stadt der Welt angekommen! Im Jahre 1450 wird auf Befehl des Inka-Herrschers “Pachacútec Yupanquia” diese Stadt erbaut. Es gibt viele Theorien und Mysterien dieser Stadt. Das neue siebte Weltwunder erkundete ich dann auch und ging zwischen den Ruinen umher. Bei dieser Erkundungstour stiess ich auf einen Stein, der aus dem Erdreich herausragte. Dieser nicht sonderbar aussehende Fels ist mit unheimlicher Energie geladen. Ich zweifelte daran doch als ein Peruaner mir sagte ich solle die Hand nach dem Stein ausstrecken aber ihn nicht berühren, kam ich ins Staunen und konnte es fast nicht glauben. Ich spürte wie meine Hände warm wurden und ein zusätzliches unbeschreibliches Gefühl, das für mich schwer in Worte zu fassen ist, überkam mich. Könnte es sein, dass die Inkas diese Stadt, die so abgelegen ist, deswegen hier erbauten?
Ich bin begeistert doch hatte ich mir diese Ruinenstadt grösser vorgestellt. Die durchschnittlichen 2’000 Menschen die täglich hier her kommen, verteilten sich erstaunlich gut und nur beim Eingang und Ausgang war es hektisch. Ich würde liebend gerne in die Vergangenheit reisen um einen besseren Einblick zu erlangen und mit den 1’000 Leuten, die damals hier lebten zu sprechen, denn ich denke viele wissensreiche Dinge wären zu erfahren, die bis jetzt ungeklärt sind, doch macht es nicht gerade wegen diesen Vermutungen diese Städte so sehr interessant?
Cusco/Peru, a set on Flickr.
Schwimmende Inseln!
Ich sitze auf 3’812m.ü.M in einem Schilfboot, das auf dem Titicacasee schwimmt. Wo bin ich nun gelandet? Ich besuche zwei der fast 40 schwimmenden Inseln des Volkes “Urus”. Dieses Volk hat sich auf ein Leben spezialisiert, das auf diesen Schilf-Inseln stattfindet. Somit fanden sie Schutz vor ihren kriegerischen Nachbarn, den “Inkas” und “Kollas”. Die Einwohner sprechen noch immer die alten Sprachen Quechua und Aymara. Was mich aber sehr beeindruckt ist das Handwerk mit dem Totora-Schilf, welches sie in grossen Mengen zur Verfügen haben. Inseln, Häuser und Boote stellen sie mit dieser Pflanze her. Nach einigen Monaten oder Jahren müssen diese Dinge immer wieder neu erbaut werden, weil das Material vom Wasser aufgelöst wird. Ich hatte aber keinen Moment Angst und fand die Konstruktionen sehr stabil. Wenn man die Insel betritt, befindet sich unter den Füssen etwa ein Meter Schilf, das kreuzartig aufeinander geschichtet ist, etwa zwei bis drei Meter Wurzeln dieser Pflanze, die in Blöcke zusammen gebunden sind und noch etwa 200 Meter tiefes Wasser…
Der Ausgangspunk dieser Inseln ist Puno, einer ärmlichen Stadt von Peru. Die Häuser sind meistens nicht fertig gebaut und ein Anstrich dessen ist hier ein Fremdwort. Die Leute sind fröhlich und hilfsbereit, doch das Gesicht ist gezeichnet vom harten Leben.
Puno/Peru, a set on Flickr.
Ich bin im Inca-Land angekommen
Nun habe ich auf meiner Reise auch Bolivien durchquert. Von Uyuni, wo ich eine Salzwüste gesehen habe, Potosí, wo ich im Berg verschwand, Sucre, wo ich im Hostel Geld gesammelt habe um Kindern, die nicht viel Geld haben, Malstifte und Malbücher zu kaufen, LaPaz, wo ich eine 2.5 Millionen Stadt erkundete und zum Schluss Copacabana, einem Dorf am tiefblauen Titicacasee.
Der Grenzübertritt nach Peru gestaltet sich einfach, denn das Eintrittsformular fülle ich nach so vielen Grenzübertritten, die ich schon hinter mir habe, im Schlaf aus. Trotzdem lief die Weiterreise wieder einmal anders als gedacht, denn ein Streik war im Gange und die Strassen waren mit grossen Steinen und Lastwagen verbarrikadiert. Der Bus konnte deswegen nicht weiter fahren und so marschierte ich mit allem Gepäck im Regen und den habe ich seit 4 Monaten nicht mehr erlebt. Nach einer guten Stunde und mit nassen Kleidern wartete ein neuer Bus auf der anderen Seite des Demonstrations-Gebietes. So ging es dann doch wieder weiter.
In Arequipa oder übersetzt auf Deutsch “Ja bleib” bin ich dann angekommen und, wie der Name sagt, geblieben. Wenn man durch die Strasse schlendert, sieht man Geschäfte und Restaurants, die mit Inca-Pharmacies, Inca-Bar, Inca-Taxi, Inca-Hotel und noch viel mehr angeschrieben sind und es gibt sogar ein Inca-Kola, was gut schmeckt und erfrischt. Es ist eine schöne Stadt, doch das reicht mir nicht! Der Name “Canon del Colca” ist der Grund, weshalb es mich hier hergeführt hat. Die Schlucht ist doppelt so tief wie der Grand Canyon in Amerika. Er ist somit der zweittiefste Canyon der Welt! Nicht nur das, sondern auch die Kondore, mit bis zu drei Metern Spannweite, konnte ich beobachten und einer flog sogar auf meinen Arm!
Viel Spass beim Betrachten dieser Welt in Südamerika.
LaPaz / Bolivien
Copacabana / Bolivien
Canon del Colca / Peru
Canon del Colca, a set on Flickr.
Downhill-Biken auf der Straße des Todes!
Mein Wecker holt mich mit “Viva La Vida” von Coldplay aus dem Schlaf. Es ist fünf Uhr zwanzig, draussen ist es dunkel und die Stadt LaPaz schläft noch. Ein neues Abenteuer wartet heute auf mich und zwar will ich “The World’s most dangerous Road” oder “Strasse des Todes” oder in Spanisch “el camino de la muerte” mit dem Downhill-Bike bezwingen!
Diese beängstigende Strasse verbindet den Amazonas-Regenwald im Norden Boliviens mit La Paz. Sie führt ohne Leitplanken an steilen Abhängen entlang, sie ist eng und es ist sehr schwierig, wenn sich Autos, geschweige denn Lastwagen, kreuzen. Auch der Strassenzustand ist herausfordernd, denn Regen, Nebel, matschiger und loser Untergrund und Steinschlag machen diese Strasse zu einer Nervenprobe. Es starben jährlich 200 bis 300 Reisende auf dieser Strasse bis eine Ausweichsroute gebaut wurde. Deshalb herrscht nur auf dieser Strasse des Landes Linksverkehr damit der Fahrer bei einer Fahrzeugbegegnung den Fahrbahnrand besser einsehen kann, eine Fehleinschätzung des Abgrunds hätte fatale Folgen. Dieses Gebiet ist auch bekannt für die Herstellung von Kokain, denn diese schwer zugängliche Gegend macht es möglich illegale Cocafelder zu pflanzen und daraus die grösste Menge Kokain des Landes herzustellen. Infolgedessen wurden wir bei einem Checkpoint kontrolliert, ob wir nicht Chemikalien an Bord unseres Kleinbusses haben um diese Droge herzustellen. Es geht auf 4’500m.ü.M, es ist sehr kalt und nicht weit oberhalb dieser Grenze liegt Schnee. Die Downhill-Bikes werden vom Dach des Busses genommen. Ausgerüstet mit Handschuhen und Helm und einer speziellen Weste bekommen wir Sicherheits-Hinweise, doch wenn man in den Abgrund fällt, nützen auch diese nichts mehr…. Es kamen in den letzten paar Jahren einige Biker ums Leben, doch an das kann und will ich nicht denken. 3’500 Höhenmeter gilt es zu vernichten. Ich bin nicht stark religiös doch ich betete still vor mich hin bis das Rad anfing zu rollen…
Der erste Streckenabschnitt führt auf geteerter Strasse hinunter. Dieser Abschnitt gab mir die Möglichkeit das speziell dafür gebaute Downhill-Bike zu erkunden und zu fühlen. Ich muss diesen Komponenten 100-prozentig vertrauen. Es zeigte sich rasch, dass ich der schnellste der Gruppe war, denn es gab keinen Grund um auf dieser stabilen Strecke zu Bremsen. Somit fuhr ich mit unserem Guide, der diese Strasse sehr gut kennt und jahrelange Erfahrung im Downhillen hat, den anderen weit voraus. Ich versuchte seiner Linie zu folgen, was mir meistens gelang. Meine Erfahrung, die ich in Indonesien mit dem Motorrad, auch auf losem Untergrund, gesammelt habe, kamen mir hier zu gute. Vor der Kurve bremste ich mit den hochsensiblen Scheibenbremsen ab um in den Kurven nicht bremsen zu müssen, denn dies kann unverzüglich dazu führen, die Kontrolle über das Bike zu verlieren, gerade bei hoher Geschwindigkeit. Es ist ein irres Gefühl nur haarscharf aber mit Kontrolle um die Kurve zu ziehen, denn jetzt hat sich der Untergrund geändert! Ein steiniger und zum Teil matschiger Boden, sowie einige grosse Steinbrocken liegen auf der Strasse. Denen muss ich unbedingt ausweichen, weil diese meine Richtung unvorteilhaft verändern könnten, was fatale Folgen hätte. Es geht richtig runter und ich schaute nicht mehr links oder rechts, habe volle Konzentration auf den Strassenverlauf, versuchte mit möglichst viel Geschwindigkeit zu fahren, denn ich verspürte momentan keine Lust, wie einige in der Gruppe, die Landschaft zu geniessen, und das war nur möglich dank meinem professionellen Guide, der auch richtig Gas gab.
Wir machten immer wieder Stopps. Unser Guide erläuterte dann, was nun auf uns zukommt. Ich versuchte mir dies möglichst gut zu merken. Weiter geht’s… Die Strasse ist in den Berg hinein geschnitzt, deshalb durchquerte ich mit voller Geschwindigkeit Wasserfälle, dessen Wasser auf die Strasse niederprasselt,,, was für ein Gefühl. Ein kleiner Fels auf der Strecke lag perfekt um die Dämpfer des Bikes zu fordern,,, aufgestanden,,, die Pedale in Balance,,, und mein Körpergewicht drückt die Federwege zusammen,,, und hochziehen… Stille herrscht kein Kontakt mit dem Boden, die Räder drehen in der Luft weiter und berühren sanft wieder den Untergrund. Mein Leader fragte mich beim nächsten Stopp ob ich einen guten Flug hatte, ich grinste, er auch. Noch durch zwei Bäche und Dörfer gefahren bis es leider nicht mehr runter ging. Doch das Adrenalin pochte immer noch.
Zur Entspannung düste ich nach dem Ride quer durch eine kleine Schlucht. Angeseilt an einem Stahlseil konnte ich mit knapp hundert Kilometern pro Stunde 350Meter über dem Grund dahin gleiten. Nach drei Sektionen war ich wieder unten und dachte leise noch mal, noch mal… Doch es gab danach einige Biers, was mich auch erfreute.
In der heutigen Gruppe von zehn Leuten stürzten drei, und beinahe kollidierte ein einheimischer Motorradfahrer mit zwei Bikern unserer Gruppe, es blieb zum Glück nur bei Schürfwunden und zerrissenen Hosen und Pullis. Mich traf es Gott sei Dank nicht.
Als wir mit dem Bus die Strasse wieder hinauf fuhren, sah ich die unzähligen Kreuze am Strassenrand, die immer wieder auftauchten, die ich beim Runterfahren nicht gesehen habe. Es stimmte mich nachdenklich… Ich hätte auch so ein Kreuz werden können! Bin ich zu schnell gefahren? Ja, könnte sein. Habe ich mein Leben riskiert? Ganz bestimmt! Und wo war meine Furcht? Doch ist es nicht genau das, was ich brauche, um mich lebendig zu fühlen und die Tage bewusster und mit Dankbarkeit zu geniessen?
The Worlds most dangerous Road, a set on Flickr.
Das harte Leben in Potosí oder wie ich Sprengstoff kaufte…
Ich bin nun in Potosí angekommen, die höchst gelegene Grossstadt der Welt. Sie befindet sich auf über 4’000 m.ü.M. Was ich nicht stark bemerkte, da ich zum Glück mit der Höhe keine Probleme habe und mein Körper genug rote Blutkörper produziert hat. Die Stadt ist berühmt für den Bergbau und ist eine äusserst geschichtsreiche und spannende Stadt. Lärm wie sie in Quechua genannt wird, fand ich passend. Denn es wurde gerade demonstriert. Die Minenarbeiter sind mit den Arbeitsbedingungen und der Erhöhung von 6 auf 8 Stunden bei gleichem Lohn nicht einverstanden. So zündeten sie alle paar Minuten kleine Ladungen TNT Sprengstoff auf der Strasse, was sie beherrschen. Ich stand manchmal nicht unweit der Explosionen, die Autoalarmanlagen durch die Druckwelle auslösten. Als es mir dann doch zu gefährlich wurde, flüchtete ich in ein Museum.
In den Bergen wird Zinn, Kupfer und Silber abgebaut. Berüchtigt sind die Arbeitsbedingungen in den Minen, die sich auf einem niedrigen Technologie- und Sicherheitsniveau befinden, wie ich bemerkt habe. Noch immer stirbt im Durchschnitt ein Minenarbeiter pro Tag. Davon 70% an Staublunge, 30% an Unfällen innerhalb der Minen, wie etwa Explosionen. Im Schnitt dauert es etwa 10 Jahre bis ein Minero tödlich erkrankt, wenn er regelmässig in den Minen arbeitet. Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Mineros beträgt 40-50 Jahre. Auch Kinderarbeit ist in den Minen von Potosí nichts Ungewöhnliches. Zwar ist Kinderarbeit in Bolivien offiziell verboten, doch in den Minen von Potosí herrschen andere Gesetze. So arbeiten heute über 900 Kinder von 9-16 Jahren oder sogar noch jünger in den Minen, wie ich von einem Minenarbeiter erfahren habe. Eine Legende besagt, dass man aus dem Silber, das zur Zeit der Spanier abgebaut wurde, eine Brücke von Bolivien nach Spanien bauen könnte doch auch eine genau gleiche Brücke aus den Knochen der in den Minen umgekommenen Arbeiter. Da der Berg inzwischen schon völlig durchlöchert ist, schätzen Experten, dass hier noch ca. 5-10 Jahre abgebaut werden kann. Wenn irgendwann aus dem Berg nichts mehr herauszuholen ist, wird Potosí zu einer gigantischen Geisterstadt.
Da ich auf meiner Reise immer wieder das Abenteuer suche und meine Ängste oder mein Adrenalin brauche, wollte ich in die Minen, um mir ein Bild dieser Umstände zu machen. Wer Klaustrophobie, Atemprobleme oder Übergewicht hat, kommt gar nicht erst rein in die Mine. Denn es ist staubig, und manchmal musste ich kriechen, denn es war sehr eng. Mein Führer, ein ehemaliger Minenarbeiter, lozte mich durch das Labyrinth. Doch vorher machten wir eine Shopping-Tour im “Mercado de los Mineros”. Dort findet man alles, was ein Minero braucht, wie z.B. entsprechende Kleider, Lampe, Cocablätter, Getränke und was mir besonders gefiel Sprengstoff! TNT und andere explosionsreiche Materialen können sogar Kinder dort kaufen. Es erstaunt mich, das nicht mehr passiert, denn wer hat nicht schon mal den Gedanken gehabt etwas Bestimmtes in die Luft zu jagen… Ich kaufte mir eine Stange Dynamit mit einem Zünder und einer Verstärkungsladung…der Verkäufer sagte mir, wenn ich es anzünde habe ich drei Minuten um in Sicherheit zu gehen, wie toll ist das denn!
Meine Gedanken, dass ich mitten in einem Berg bin, musste ich verdrängen, auch dass es ein Erbeben geben könnte, was nicht selten ist, oder eine Explosion den Ausgang verschüttet…alles kann passieren. Es ist eine echte Mine und kein Vergnügungspark. Ich habe auch einen Vertrag unterschreiben müssen, dass die Firma, die mich in die Mine hineingeführt hat, nicht haftbar gemacht werden kann, falls ich sterben sollte. Das Klettern auf glitschigem Stein um auf verschiedene Ebenen zu kommen, war übel, denn es gibt keinen Fahrstuhl. Es braucht nicht viel um abzustürzen, denn wie schon gesagt es ist eine echte Mine. In Europa oder anderen modernen Ländern würde so ein Besuch nicht möglich sein. Ich traf viele Arbeiter, die bei 50°C und in einer Höhe von über 4’200 M.ü.M schwerste Arbeit verrichten. Viele der Leuten haben eine grosse Backe, die vollgestopft ist mit Cocablättern, denn ohne ist es kaum möglich täglich 8 Stunden unter Tage zu arbeiten. Das Coca verhindert Kopfschmerzen und Hunger. Denn Lebensmittel in dieser Umgebung würden nur schlecht werden. Nach zwei Stunden sah ich wieder Tageslicht, das in meinen Augen brannte. Ich war glücklich wieder draussen zu sein. Ich habe grossen Respekt für diese Arbeiter, es ist ein knochenharter Job.
P.S Den Sprengstoff habe ich einem Minero geschenkt… Der kann das besser brauchen als ich.
Potosi, a set on Flickr.
































































































































































































